UNSERE PETITION BZGL. PALLIATIVSTATION IM RAUM AMSTETTEN

Am 12. Mai 2010 wurde im Gemeinderat Amstetten auf Grund unseres Betreibens nach kurzer Diskussion folgende Resolution einstimmig angenommen:

Palliativstation im Raum Amstetten

Eine Palliativstation ist eine eigenständige Station innerhalb oder  im Verbund mit einem Akutkrankenhaus, welche auf die Versorgung von PalliativpatientInnen spezialisiert ist. PalliativpatientInnen sind Menschen mit unheilbarer, fortschreitender Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung, mit starken Schmerzen, psychischen Beschwerden und/oder anderen die Lebensqualität beeinträchtigenden Symptomen.

Auf einer Palliativstation kümmert sich ein multiprofessionell zusammengesetztes Team (darunter ÄrztInnen, Pflegepersonen, SozialarbeiterInnen, verschiedene TherapeutInnen u.a.) in einem ganzheitlichen Ansatz um die PatientInnen und deren Angehörige.

Das Ziel einer Palliativstation ist die Linderung der oft vielfältigen Symptome und die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität der PatientInnen und deren Angehörigen. In einem ganzheitlichen Betreuungsansatz werden die körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigt.

Die Bedürfnisse der PatientInnen stehen im Mittelpunkt. In der Betreuung und Behandlung kommt der individuellen Zuwendung ein hoher Stellenwert zu.

Die Entscheidung über Therapien und Maßnahmen erfolgt unter Abwägen von Nutzen und Belastung im Hinblick auf die Lebensqualität aller Betroffenen und in einem gemeinsamen Prozess der  Entscheidungsfindung unter Einbeziehung von Patient/in, Angehörigen und Team (shared decision making). Nach Besserung oder Stabilisierung ist eine Entlassung der PatientInnen – mit vorheriger gezielter Anleitung der pflegenden Angehörigen –  nach Hause oder in eine andere adäquate Einrichtung anzustreben.

Eine Palliativstation ist fachlich autonom bezüglich der Aufnahme, der Behandlung und der Entlassung von PatientInnen.

Das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheit (ÖBIG) hat im Auftrag des Bundesministeriums Strukturqualitätskriterien aufgestellt.

Auf Basis dieser Kriterien sowie unter Zugrundelegung der neuen Richtwerte im Simulations-Modell des ÖBIG, der Projekterfahrungen in NÖ und unter Rücksichtnahme von geographischen Verhältnissen und der Prämisse der Erreichbarkeit, hat die dafür eigens beauftragte Arbeitsgruppe ein Integriertes Hospiz- und Palliativ-Versorgungskonzept für NÖ erstellt. Dieses Konzept wurde am 3.3.2005 vom Land NÖ beschlossen.

In diesem Konzept ist eine Palliativstation mit 6 Betten für die Region Amstetten vorgesehen. Das Landesklinikum Mostviertel in Amstetten ist ein Schwerpunkt Krankenhaus mit einer vielfrequentierten onkologischen Abteilung. Auch im nahe gelegenen Ostarrichi Klinikum in Mauer werden lebensbedrohliche Erkrankungen behandelt. Der Bedarf für eine Palliativstation in der Region Amstetten ist daher, wie auch im Konzept dargestellt wird, absolut gegeben.

Dieses fachlich-medizinische Anliegen wird auch von der Bevölkerung wahrgenommen und mitgetragen wie die 9402 Unterschriften bei der Unterschriftenaktion des HOSPIZfördervereins Amstetten, die Herr LR Sobotka in Jänner 2005 stellvertretend für Herrn LH Pröll entgegennahm, zeigen.

Der Gemeinderat  Amstetten steht einstimmig hinter diesem Anliegen und wünscht daher, dass das Land NÖ die Errichtung einer Palliativstation im Raum Amstetten so bald wie möglich realisiert und möchte über die aktuellen Entwicklungen laufend informiert werden.

Am 13. Juli 2010 antwortete Hr. LR Mag. Wolfgang Sobotka, in einem Schreiben, dass im Raum Amstetten mittelfristig Palliativbetten geplant sind, ohne nähere Angaben zu Zeitpunkt oder genauen Ort (KH Amstetten oder Mauer) zu machen.