„STERBEN UND STERBEN LASSEN“ VON PROF. DR. JOHANNES BONELLI 25.04.2013

Herr Univ.-Prof. Dr. Johannes Bonelli war langjähriger Leiter der internen Abteilung des Krankenhauses St. Elisabeth, Wien, mit Intensivstation, Herzüberwachungsstation, Onkologie und Palliativstation; seit 1988 Univ.-Prof. für Innere Medizin und seit 1990 Direktor des IMABE-Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik. Er schrieb mehr als 200 wissenschaftliche Publikationen, hielt über 200 Vorträge bei wissen-schaftlichen Kongressen und Fortbildungstagungen und ist auch Herausgeber der Buchreihe „Medizin und Ethik“ sowie der medizinethischen Zeitschrift „Imago Hominis“. Eines seiner Bücher trägt den Titel „Leben-Sterben-Euthanasie“.
Im Vortrag ging Professor Bonelli vor allem auf die medizinischen Entscheidungen am Lebensende ein: „ Das gesamte Schicksal der Medizin wird von der Fähigkeit der Ärzte abhängen, Kurs zu halten zwischen den trügerischen Klippen der Euthanasie auf der einen Seite und dem anderen Extrem, nämlich den bewusst unnützen Behandlungs-eingriffen.“
Er nannte die Bedingungen, unter denen die Beendigung oder der Verzicht auf eine Heilbehandlung gerechtfertigt sind und sprach sich klar gegen jede Form der Euthanasie aus. Er forderte eine neue Kultur des Sterbens und der Leidensbewältigung, die nicht darin besteht, den Selbstmord von Staatswegen zu legitimieren. „Die Würde des Men-schen zeigt sich gerade darin, dass auch der kranke und leidende Mensch mit Respekt und Liebe angenommen wird und nicht als nutzlos entsorgt werden darf.“
Anschließend erklärte er ausführlich die Begriffe „Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Sterben zulassen, Euthanasie, aktiv und passiv, direkt und indirekt“ und versuchte diese zu bewerten.
Zum Schluss konnten die zahlreichen ZuhörerInnen noch intensiv miteinander und mit Herrn Prof. Bonelli diskutieren.
Das schmackhafte Buffet rundete den Abend ab.