Spiritualität des Sterbens aus anthroposophischer Sicht

… ein Vortrag von Gwendolyn Fischer aus Graz und Dagmar Jeserschek-Bubik aus Linz-Urfahr. Beide arbeiten als Priesterinnen in der christlichen Kirchengemeinschaft.

Anthroposophie (nach Rudolf Steiner) hat keine Dogmen, es gibt keine Lehrmeinung sondern fixe Rituale, die sehr gewissenhaft eingehalten werden. Gegenüber der katholischen Kirche gibt es auch Priesterinnen in ihrer Gemeinschaft, die keinem Zölibat unterliegen und es gibt keine Kirchensteuer sondern freiwillige Spenden.

Frau Fischer spricht über die Christusqualitäten, lernen an der Todespforte, wie die Liebe den Schmerz überwindet um die Pforte zu überschreiten und das Leben auf der „anderen Ebene“ weiter zu leben. Es gibt den Tod nur als Begleiter, nicht als endgültiges AUS. Das Leid wird „bejaht“, es bedeutet, sich der Lebenskorrektur hinzugeben, daran zu lernen. Lernen, Lieben und aus Freiheit etwas zu verwandeln kennzeichnen das Leben des Christen, den so entstehenden „Chancen“ werden eine Richtung gegeben.

Frau Jeserschek-Bubik geht auf die drei Tage nach dem Sterben ein, die in der Christengemeinschaft eine sehr hohe Bedeutung haben. Wenn es möglich ist wird der Verstorbene in ihrer Gemeinschaft offen aufgebahrt und die drei Tage mit einer Totenwache und dem Gebet in einer möglichst ruhigen Umgebung begleitet. Die Angehörigen haben die Möglichkeit sich zu verabschieden, der Verstorbene bekommt die Zeit sich seines Übergangs „bewusst“ zu werden und sein „Band“ zu lösen. Diese drei Tage sind für die Umgebung eine Zeit der „wirklichen Liebe“, denn die besten Kräfte werden hervorgeholt um den Verstorbenen würdig und in Ruhe begleiten zu können. Mit der Aussegnung und dem Schließen des Sarges wird der drei Tages Zyklus abgeschlossen. Es folgt die Totenmesse und die Bestattung.

Die Christengemeinschaft gibt, wenn es ihre Kapazität erlaubt, auch Platz zur Verabschiedung von Verstorbenen außerhalb ihrer Gemeinschaft.

Abschließend spricht Frau Eichinger noch über die positiven Erfahrungen der Verabschiedungszeit. Beim anschließenden Buffet haben die Vortragenden noch einige Fragen beantwortet. Die Besucher waren sehr positiv beeindruckt.