Kunst in der Therapie Sinn und „Eigen-Sinn“

Ein Koffer mit vielen Utensilien, Papier, Farben, Ton, Schreibmaterial, Tüchern und vieles mehr…..begleitet die Kunsttherapeutin Susanne Graf Redl in ihrer Tätigkeit am Sterntalerhof und Regenbogental.

Sie arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern mit der Diagnose „Unheilbar“. Schon das Wort stellt in dem Augenblick alles in den Schatten, lässt Betroffenheit, Angst, Schmerz, Sprachlosigkeit erahnen…

„Die Kinder kommen in meine Einzelstunden, ich öffne meinen Kasten und ich bin da. Eine Stunde Zeit und Möglichkeit, etwas entstehen zu lassen und auszuprobieren. Dabei haben die Kinder selten Probleme, im Gegenteil, die wissen sehr schnell, was sie möchten. Ich stehe ihnen zur Seite, wenn etwas von mir benötigt wird, doch sonst mische ich mich in den Prozess nicht ein. Trotzdem entsteht im Laufe der Begleitung ein Dialog.“

Niko, 7Jahre. Er nimmt Bleistift und Papier, zeichnet einen Planeten, auf dem steht ein Haus, und dann noch einen Planeten, auf dem steht ein Haus und ein Würstchenbaum. Die Zeichnung nimmt er mit zur Psychotherapeutin und erklärt ihr, dass er nur in ein anderes Haus einzieht und er so gerne Würstchen isst.

Ein Mädchen will für ihren Teddy ein Seidentuch malen. Im Laufe der Sitzungen wird das Seidentuch das Tuch für die Mama.

Eine Mutter formt sich und ein Kind aus Ton. Lange Zeit blickt die Mutter auf die Figuren, mehrere Sitzungen lang, Schweigen. Eines Tages formt die Mutter schützende Arme um das Kind, und in ihr erhellt sich alles. Sie hinterlässt ihr Kind in diesen Armen.

Die Therapie setzt bei den Ressourcen an und stärkt diese ohne etwas zu fordern. Der Ton ist in der Hand, er ist zu spüren, er ist kalt,

anfänglich hart, wird weich…. formt sich in den Händen. Am Ende wärmt er mein Kind, denn ich habe ihm etwas hinterlassen.

Wir wollen unserem Leben eine Spur geben, Unerledigtes  erledigt wissen und Trost hinterlassen.

Um das zu ermöglichen, öffnet die Kunsttherapeutin ihren Koffer.