VORTRAG VON JÖRG FUHRMANN „ÜBERBRINGUNG VON SCHLECHTEN BOTSCHAFTEN“

Krisengespräche mit Angehörigen und Betroffenen,

ein Vortrag im im Rathaussaal Amstetten

Wie schon im Vorjahr beeindruckte Herr Jörg Fuhrmann, Pflegedienstleiter im Helga Treichl Hospiz/Salzburg, die Besucher dieses Abends mit seinen lebensnahen Ausführungen.

Hatte Fuhrmann im Vorjahr über den „Humor im Umgang mit Schwerkranken“ gesprochen, so ging es diesmal um das sehr ernste und schwierige Thema der „Überbringung von schlechten Botschaften“.

 

Gleich zu Beginn wurde die eigene persönliche Grundeinstellung hinterfragt:

  • Wie sehe ich meine eigene Endlichkeit und Sterblichkeit?
  • Welche Rolle spielen Sterben, Tod und Trauer in meinem Leben?
  • Beim Überbringen einer Botschaft kommt es leicht zu Missverständnissen.
  • Was wird gesagt – was kommt an.

Deshalb ist es wichtig, klar zu sagen, was passiert ist. Es kann dabei zum Absturz bei Betroffenen und Angehörigen kommen, der nicht verhindert werden kann. Der Überbringer soll gewappnet sein und den emotionalen Absturz zulassen und aushalten können. Emotionen dürfen sein; auch der Überbringer darf Betroffenheit zeigen, mit weinen…..

Am allerwichtigsten ist:
da sein – schweigen können – zuhören –
Gefühle zeigen – Berührungen – Zuwendung…..

Der Überbringer soll das erste Sicherungsseil sein, wenn auch beide hilflos sind. Man will fliehen als Betroffener als auch als Überbringer.

Oft ist es wichtig, die Botschaft zu wiederholen, da sie anfangs meist nur bruchstückhaft aufgenommen werden kann. Es geht darum, langsam zu begreifen, was passiert ist. Das Ausmaß wird stets erst nach und nach bewusst. Der Schmerz äußert sich in verschiedenster Weise: physisch – psychisch – sozial (man fühlt sich allein gelassen), spirituell (man kann mit niemandem reden ).

Man muss auch zulassen, wenn sich der Betroffene zurückzieht, sich isoliert. Man darf Mensch sein mit allen Gefühlsregungen – der Betroffene wie auch der Überbringer.

Der Glaube kann eine große Stütze sein – Gebete und Rituale, die Hoffnung geben. Später kann man beginnen, neue Wege zu suchen, verschiedene Möglichkeiten der Neuorientierung und unterstützende Angebote aufzeigen.

Was braucht es noch, um Botschaften gut überbringen zu können? Dem Betroffenen in die Augen schauen – sagen – schweigen, bis das Gegenüber versteht. Gefühle zeigen, obwohl man heutzutage davor vielfach Angst hat. Jörg Fuhrmann betonte immer wieder, es zu wagen Empathie und Solidarität zu zeigen und beendete seinen eindrucksvollen Vortrag mit dem Satz:

Sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.