SPIRITUALITÄT DES STERBENS AUS SCHAMANISCHER SICHT 28.10.2015

Für diesen Vortrag im Rathaussaal Amstetten kam Frau Dr. phil. Wohlfarter aus Stattegg bei Graz angereist. Die Biologin/Bioche-mikerin ist seit 1998 schamanisch tätig und konnte bei ihrem Vortrag einen interessanten Einblick in das Weltbild des Schamanismus geben.
Im Schamanismus bilden die sichtbare und unsichtbare Welt eine Einheit. Menschen ha-ben eine Leibseele und eine Freiseele, letztere ist eine unsterbliche, wandernde Seele.
Schamanen können sich in einen bestimmten Zustand der Ekstase oder Trance bringen und so mit ihrer Seele die unsichtbare Welt betreten. Dort begegnen sie unsterblichen Wesen, auch Geister genannt. Es gibt unterschiedliche Geister, wie Geister der Natur, der Ahnen, die Seelen der Lebenden und der Verstorbenen. Eine Schamanin oder ein Schamane bittet die Geister, uns zu helfen. Aufgaben der Schamanen sind die Seelen-Heilung und das Totengeleit. Beim Sterben wandert die Seele in die andere Welt.
Für die Ordnung der Lebenden ist es ganz wichtig, dass die Toten ihren Platz haben. Wenn die Seele eines Verstorbenen den Weg hinüber nicht findet, ist ein Seelengeleit, auch Psycho pompös genannt, notwendig.
Der Schamanismus kommt ursprünglich aus Sibirien, wird aber auch in vielen anderen Kulturen, oft auch eingebettet in verschiedene Religionen, ausgeübt. Die westlichen Scha-manen sind eigentlich Neoschamanen oder auch „schamanisch Tätige“. Hier im Westen fehlt die gesellschaftliche Anerkennung, und traditionelle Schamanen gelten vielfach als Psychopathen, die sich selber geheilt haben, den Weg zurück fanden und so anderen helfen können.
Im Anschluss an den Vortrag konnte Fr. Wohlfarter noch viele Fragen des Publikums be-antworten und einige schamanische Requisiten herzeigen. Am Buffet klang der Abend noch gemütlich aus.