PFLEGE BEI MENSCHEN MIT DEMENZERKRANKUNGEN 27.04.2015

Im Rahmen unserer Vortragsreihe führte uns Frau DGKS Violeta Koppensteiner in einem sehr einfühlsamen und anschaulichen Vortrag in das “wahrhaftige“ Erleben von demenzkranken Menschen ein.

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und heißt wörtlich übersetzt „weg vom Geist“ bzw. „Entgeistigung“.

Frühes Stadium: Im Vordergrund stehen Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Das Nachlassen der Leis-tungsfähigkeit wird in neuen, eher ungewohnten Situationen und fremden Umgebungen früher bemerkbar als im gewohnten häuslichen Alltag.

Mittleres Stadium: Der Betroffene hat nun bereits Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen und ist von fremder Hilfe abhängig. Die Erkrankten ziehen sich häufig zurück, nicht selten zei-gen sie sich niedergeschlagen, resigniert und gereizt. Zunehmend verblasst die Erinnerung an frühere Ereignisse. Häufige Begleitsymptome sind wahnhafte Befürchtun-gen, ziellose Unruhe, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, verminderte Beherrschung von Gefühlsreaktionen.

Spätes Stadium: Im späten Stadium der Erkrankung kommt es zu einem hochgradigen geistigen Abbau. Die Sprache ist sehr eingeschränkt, oft reiht der Erkrankte einzelne Worte oder Laute aneinander oder spricht gar nicht mehr. In diesem Stadium werden auch enge Angehörige nicht mehr erkannt. Doch das Gefühlsleben bleibt erhalten. Stimmungen, Gefühle und Veränderungen im zwischenmenschlichen Bereich werden wahrgenommen. Auch eigene Empfindungen können zum Ausdruck gebracht werden, sind allerdings oft mit Verhaltens-weisen gemischt, die schwer verständlich sind. Die Körperbewegungen sind oft stereotyp, wie z. B. ständiges Nesteln, Reiben oder Wischen.

Die Erkrankten sind in allen Bereichen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen.

Validation nach Naomi Feil bedeutet: Die Gefühle des anderen anzuerkennen, ihm zu sa-gen, dass seine Sinnesempfindungen wahr sind.

In bildhaft praxisbezogenen Beispielen gab Frau Koppensteiner uns zu verstehen, dass hinter jedem Verhalten ein Grund steht. Es geht also um eine grundlegende Haltung, die jeden Menschen so akzeptiert, wie er ist. Es ist wichtig, dementierende Personen als wertvolle Individuen anzusehen, unabhängig von ihren Verwirrtheitszuständen. Es wird versucht, einfühlsam in die innere Erlebniswelt vor-zudringen und damit die Basis für eine vertrauensvolle Beziehung zu schaffen. Mit dem so gewonnenen Vertrauen wird Sicherheit, Selbstvertrauen und Würde vermittelt.