In Würde Abschied nehmen – Mögliches möglich machen

Zum 3. Teil unserer Vortragsreihe luden wir luden das pensionierte Bestatter – Ehepaar Ferdinand  und Thekla Knoll aus Perg ein. Die Beiden berichteten aus ihrer sehr interessanten Berufserfahrung und nahmen Bezug auf den Wandel in der Bestattungskultur.

Der persönliche Umgang mit Abschied und Trauer sowie die verschiedenen traditionellen und alternativen Bestattungsformen bilden den Inhalt der Veranstaltung.

Da Herr Knoll bereits die 4. Generation im familiären Bestattungsunternehmen ist, war der Umgang mit Verstorbenen für ihn immer etwas Natürliches und Vertrautes. Er arbeitet noch als Notfallseelsorger Im Kriseninterventionsteam Perg.

Im Gegensatz zu seiner Frau Thekla (Sterbe und Trauerbegleiterin, Meditations.- Ritualleiterin u. geistliche Begleiterin) . Diese wuchs langsam über Trauerbegleitungsseminare in diese Materie hinein und konnte ihr Herz in der Begleitung der Angehörigen, voll und ganz öffnen.

Der gemeinsame Leitspruch gilt noch immer „Gemeinsam schaffen wir alles“

Mit dieser Wärme und Liebe zu ihrer „Berufung“ BestatterIN führten sie den Vortrag zum 2. Teil „Bestattung und deren Wandel“.

Früher waren es Großteils kirchliche Erdbestattungen, heute durch geänderte Familienstrukturen, Veränderungen der religiösen Einstellungen, neue Medien usw. hat die Feuerbestattung immer mehr an Bedeutung zugenommen.

Urnen in verschiedenen Formen beständig und vergänglich nahmen zunehmend den Raum ein. Dazu auch die Form der „ewigen Ruheplätze“. Der Trend zur Natur wurde immer größer.

Bestattungskultur wird zur Friedenskultur. Die Aufgabe des Bestatters ist vom „Totengräber“ zum Organisator und Begleiter in der sogenannten „Schleusenzeit“ – die Zeit vom Eintritt des Todes bis zum Begräbnis, geworden.

Zum Trauerdruck werden auch professionelle Trauerbegleitungen, Trauergruppen, Trauerkaffe und vieles mehr angeboten.

Den Tod „begreifbar“ zu machen. Manchmal ist es wichtig den Verstorbenen zum Abschied noch mal zu berühren und wenn es durch ein Tuch ist, um die End-Gültigkeit zu begreifen berichtet Herr Knoll.

Abschiedsrituale, Sargbeigaben, Briefe zur Aussöhnung haben Platz in der Begleitung durch den Bestatter. Traditionell ist die Aufbahrung in der Aufbahrungshalle doch es gibt genauso die Möglichkeit zu Hause (hier benötigt es die Zustimmung des Bürgermeisters), in einer Hauskapelle, in der Natur.

Die Angehörigen können und sollen ihre Wünsche Äußern und Mögliches wird möglich gemacht ist die Botschaft des Ehepaares.

Nach einer Fragerunde können noch Urnen und andere Formen der Aschenaufbewahrung begutachtet werden. Bei Brötchen, Kaffee und Kuchen wird der Abend mit regem Austausch beendet. Wir bedanken uns für diesen eindrucksvollen Vortrag.