CHRISTINE WINKLMAYR – „ACHTSAMKEIT“ VORTRAG IM CARITASHAUS

Achtsamkeit ist ein Lebensprinzip, welches wohlwollendes Wahrnehmen ohne zu bewerten oder etwas verändern zu wollen oder zu müssen, als innere Haltung hat

In allen Religionen, vor allem im Buddhismus, im Christentum und auch im Islam (Sufi) gibt es eine lange Tradition der Meditation und Kontemplation.

Im Christentum waren es vor allem Frauen und Männer der Mystik aus allen Jahrhunderten, die diese Art des Seins lebten und weiterentwickelten.

Im 20igsten Jahrhundert wurde Achtsamkeit in vielen Richtungen der Psychotherapie grundlegendes Element. In der Medizin wurde in den 70iger Jahren der Verhaltensmediziner Jon Kabat-Zinn aus den USA auf dieses Prinzip der Wahrnehmung und Begleitung aufmerksam und integrierte es in seine Arbeit mit den Menschen.

In der Palliativmedizin sind „Wahrnehmen und Verstehen“, das „Nicht-Bewerten und Anerkennen der Gefühle“ wesentliche Elemente der Begleitung und Behandlung.

Elisabeth Kübler-Ross spricht von „bedingungsloser Liebe“ als zentrale Qualität in der Sterbebegleitung. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist „Präsenz“. Es ist wesentlich, ganz da zu sein, im Kontakt zu sein mit sich selbst, um offen zu sein für das Gegenüber. So kann ein Stück des Weges „Halt“ geboten, jedoch auch wieder losgelassen werden.

Durch Achtsamkeit kommt der Mensch immer mehr zu seinem wahren Kern. Es ist ein Weg vom „Gelebt werden“ hin zum Leben. So wird der Mensch fähig, mit schmerzhaften und unausweichlichen Situationen besser umzugehen.